England

Jan Lucas. Cyrus Doyle und der herzlose Tod (2017)

Cyrus Doyle kommt nach Jahrzehnten in London auf seine Heimatinsel Guernsey zurück – als Detective Chief Inspector, weil sein Vorgänger in diesem Amt gerade ermordet wurde. Und Doyle ist noch nicht einmal ganz angekommen, da wird er bereits zu einem zweiten Opfer gerufen, das auf dieselbe Art den Tod gefunden hat. Ebenfalls ein Polizist, wenn auch bereits pensioniert. Und Guernsey, seine Vergangenheit und seine Mythen spielen in diesem Fall eine wichtige Rolle.

Der Ruf zurück nach Guernsey kommt Cyrus Doyle gerade recht, denn er will sich mehr um seinen alten, zunehmend verwirrten Vater kümmern. Dafür hat er auch die Beziehung zu der Londoner Journalistin Carol beendet. Doch seine neue Kollegin Patricia ist eine alte Liebe und auch die Tochter der Haushälterin seines Vaters, Sharon, ist sehr attraktiv. Sogar Carol ist ihm nachgereist. Einsam wird Doyle auch in Zukunft nicht sein.

Ein spannender Fall um Rache

Allerdings steht die Aufklärung der aktuellen Mordfälle absolut im Mittelpunkt: der Mörder hat seine Opfer erst mit einem Pfeil außer Gefecht gesetzt, um ihnen dann das Herz herauszuschneiden. Warum diese ungewöhnliche Mordmethode? Seine Sekretärin Mildred berichtet Doyle von einer alten Legende Gernseys, die zu dieser Vorgehensweise passen würde, doch Beweise gibt es eigentlich keine. Trotzdem besucht Doyle den Déhus-Dolmen und den Menhir namens „Grandmère“ – als er dies mitten in der Nacht bei einem Gewitter macht, wird auch auf ihn ein Pfeil abgeschossen, doch er verfehlt das Ziel. Spuren finden sich keine, aber Doyle weiß jetzt, dass auch er auf der Abschussliste steht. Was hat er mit den beiden bisherigen Opfern gemeinsam? Doyle forscht in der Vergangenheit, befragt seinen Vater in seinen lichteren Momenten. Natürlich stellt sich auch die Frage, wer auf Guernsey überhaupt so gut mit Pfeil und Bogen umgehen kann. Vielleicht ist hier der Täter zu finden?

Interessantes Setting, liebevoll beschrieben

Die Auflösung des Falls kommt ein wenig überraschend, da hat Jan Lucas auf einmal doch nicht alle Infos mit dem miträtselnden Leser geteilt. Auch wenn sich der Verdacht dem erfahrenen Krimi-Leser schon aufdrängte… Doch das ist gut gemacht, der Krimi ist durchweg spannend geschrieben, Doyle wirkt recht authentisch, genauso wie die anderen Figuren des Romans, wenn auch nicht gerade mit viel psychologischem Tiefgang. All das wäre schon gute, solide Krimikost.

Was Cyrus Doyle besonders macht, ist das Setting: die Kanalinsel Guernsey. Immer wieder ergänzen Wegbeschreibungen, kleine Betrachtungen der nächsten Bucht oder der Geschäfte der Haupteinkaufsstraße High Street die Krimihandlung. Cyrus Doyle darf die offensichtliche Liebe des Autors Jan Lucas zur Insel ausleben, das betrifft die Orte genauso wie die Geschichte und Mythen, der Leser darf an der Ortskenntnis des Autors ebenso teilhaben wie an kleinen liebevollen Beschreibungen zu Castle Cornet oder der salzhaltigen Luft. Die Insel drängelt sich zwar nicht in den Vordergrund, spielt aber eine wichtige Rolle für den Fall.

Für mich, die ich die Liebe des Autors zur Insel Guernsey teile, machte dies den ohnehin spannenden Krimi zu einem ganz besonderen Lesegenuss! Ich freue mich schon auf den zweiten Band, Cyrus Doyle und das letzte Vaterunser, der für Oktober dieses Jahres angekündigt ist.

Jan Lucas. Cyrus Doyle und der herzlose Tod. Berlin: Aufbau Verlag, 2017. (Cyrus Doyle, Bd. 1)

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

Weitere Informationen

der Krimi beim Aufbau Verlag
der Krimi bei LovelyBooks

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auf wortgestalten (11.4.2017)

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