Deutschland/Norddeutschland

Katharina Peters. Klippenmord (2014)

Holger Bruhlstedt wird tot am Fuße der Klippen im Nationalpark Jasmund aufgefunden. Auf den ersten Blick sieht es nach einem weiteren tragischen Unfall aus. Aber dann wird neben dem Toten eine Schleuder entdeckt und ein mit Blut beschmierter Stein. Aus Stralsund wird die „Außenstelle Bergen“ informiert… und Kommissarin Romy Beccare übernimmt die Ermittlungen für die Außenstelle. Dass sie in diesem Fall mit Jan Riechter, ihrem neuen „Chef“ aus Stralsund, gemeinsam ermitteln muss, ist ihr gar nicht so unangenehm.

Um es vorweg zu nehmen: Da läuft was zwischen Romy und Jan Riechter. Kennen gelernt hatte sie sich schon vorher, während der gemeinsamen Ermittlungen wird eine Art Beziehung daraus. Ganz nebenbei, viel Raum erhält das Privatleben der Kommissare nicht. Immerhin bekommt der Leser ein paar spärliche Informationen, immer noch mehr als die Kollegen in den jeweiligen Kommissariaten.

Ein Toter ohne Privatleben?

Das Hauptaugenmerk bleibt auf die Ermittlungen gerichtet, darauf soll sich auch der Leser scheinbar konzentrieren. Und diese Ermittlungen haben es mal wieder in sich: Der junge Mann arbeitete als Rechtsfachwirt in einer Anwaltskanzlei, die Erkenntnisse über sein Privatleben sind aber rar. Auf Rügen aufgewachsen tut sich dann eine erstaunliche Lücke in seinem Lebenslauf auf, die auf Anhieb niemand erklären kann. Erst eine alte Schulfreundin berichtet, dass Holger sich mit einer Gruppe von Neonazis um den charismatischen Stefan Klant eingelassen hatte. Wohl um sich aus dessen Fängen zu befreien, tauchte Holger Bruhlstedt eine Weile unter, bevor er zu seiner Ausbildung in einer Anwaltskanzlei wieder ein normales Leben aufnahm.

„Sonderbare“ Mädchen

Zu Holgers normalem Leben gehörten seit dieser Zeit auch regelmäßige Besuche bei seinen Eltern auf Rügen und frühmorgendliche, einsame Wanderungen auf die Klippen. Seine Schwester Lilly gilt als sonderbar, sie „sieht“ auch den Tod ihres Bruders im Wasser des „schwarzen Sees“. Vielleicht eine Autistin, vermutet die Kommissarin nach einem Gespräch. Das erinnert an ein anderes „sonderbares Mädchen“, das auf Rügen gerade zu der Zeit verschwand, bevor Holger die Insel verließ. Könnte es einen Zusammenhang geben?

Kriminelle Elemente

Oder liegt das Motiv für den Mord doch in seinen beruflichen Aktivitäten? Die Kanzlei von Benjamin Schölter, in der Holger arbeitete, vertrat Stefan Klant und auch einen anderen alten Bekannten von Holger, der bei seinem Prozess erstaunlich schlecht wegkam. Also ein Mord aus (später) Rache? Immerhin, das wird früh im Krimi deutlich, verhalf Holger der jungen Jana Berg zum Absprung aus Klants Gruppe.

Viele mögliche Motive für den Mord müssen die Kommissare verfolgen und so ist es kein Wunder, dass sich das Augenmerk vor allem auf die Neonazis richtet. Doch nicht immer ist das Offensichtlichste auch die Lösung des Falles…

Insel-Vergangenheit

Manuela Kuck hat mit Klippenmord (unter ihrem Pseudonym Katharina Peters) wieder einen soliden Krimi geschrieben, der sich nicht mit einfachen Lösungen zufrieden gibt. Auch wenn die Wurzeln des Übels in diesem Band nicht in die DDR-Zeit zurückreichen, geht es doch wieder nicht ohne den Bezug auf lange zurückliegende Ereignisse. Das gibt dem Krimis allerdings auch eine gewisse Tiefe und Vielschichtigkeit – auch wenn dann in diesem Fall der tatsächliche Mörder nur durch einen simplen Zufall überführt werden kann.

Spannender Krimi mit viel Lokalkolorit

Klippenmord ist ein sehr flüssig zu lesender Krimi, spannend, aber ohne Effekthascherei, und mit vielen lokalen Bezügen. Die kleinen Einblicke in das Privatleben der Ermittler bringen eine zusätzliche Ebene in die Handlung, ohne aber vom eigentlichen Krimi abzulenken. Eine klare Empfehlung für alle, die Regionalkrimis lieben, und für jeden Krimiliebhaber, der zum Krimigenuss weder Thrill noch ein ausuferndes Privatleben der Ermittlerfiguren braucht.

Autorin Katharina Peters (eigentlich Manuela Kuck) wurde 1960 in Wolfsburg geboren. Sie studierte Germanistik und Kunstgeschichte und lebt jetzt in der Nähe von Berlin.

Katharina Peters. Klippenmord. Ein Rügen-Krimi. Berlin: Aufbau Verlag, 2014. (Romy Beccare, Bd. 3)

In der Serie bereits erschienen:

2012. Hafenmord. Ein Rügen-Krimi. Berlin: Aufbau Verlag. (Romy Beccare, Bd. 1)
2013. Dünenmord. Ein Rügen-Krimi. Berlin: Aufbau Verlag. (Romy Beccare, Bd. 2)

Weitere Informationen

Verlagsseite zum Buch beim Aufbau Verlag
der Krimi bei LovelyBooks
Wikipedia zur Autorin Manuela Kuck
Homepage der Autorin unter Katharina Peters

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2 Kommentare zu “Katharina Peters. Klippenmord (2014)

  1. Pingback: Katharina Peters. Deichmord (2017) | Krimi-Magazin

  2. Pingback: Katharina Peters. Bernsteinmord (2015) | Krimi-Magazin

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