Schären/Schweden/Skandinavien

Viveca Sten. Tod im Schärengarten (2009)

Es ist Juli, ein Jahr nach den ersten Morden auf Sandhamn. Beim Start einer großen Regatta wird der Favorit auf offener See erschossen. Oscar Juliander sollte der nächste Vorsitzende des einflussreichen Segelclubs werden, er war Insolvenz-Anwalt und Schürzenjäger. Jede Menge Motive also für den Mord, sollte man meinen, doch Kommissar Thomas Andreasson und seine Kollegin Margit kommen nicht wirklich voran.

Selbst als Nora Linde in den Insolvenz-Akten des Ermordeten stöbert und herausfindet, auf welchem krummen Weg er genug Geld verdient hat, um unter anderem ein großes Segelboot zu finanzieren, bringt das die Ermittlungen nicht wirklich voran. Erst als es ein weiteres Opfer gibt, das mit derselben Waffe erschossen wird, machen die Kommissare Fortschritte und stellen den Mörder schließlich nach einer Verfolgungsjagd im Wald, bei der auch eine Wildsau eine Rolle spielt …

Bewährtes Personal

In diesem zweiten Band aus Sandhamn trifft der Leser die vertrauten Figuren wieder: Kommissar Thomas Andreasson, der inzwischen mit Praktikantin Carina zusammen ist – mit schlechtem Gefühl und schlechtem Gewissen, und Jugendfreundin Nora Linde, die wieder die Ferien auf der Schäreninsel verbringt und immer noch die Nachwirkungen ihres ersten Abenteuers verarbeiten muss. Die von “Tante Signe” geerbte Villa führt zu viel Streit in ihrer Ehe. An der Aufklärung des Mordes beteiligt sich Nora dieses Mal nur aus der Ferne, am Showdown ist sie nicht beteiligt.

Nora Linde

Eigentlich wird Noras Ehe-Geschichte extrem viel Platz eingeräumt, dafür, dass sie mit den eigentlichen Ermittlungen so wenig zu tun hat – definitiv nichts für Leser, die an einem Krimi nur die Fakten und die Auflösung des Falles interessiert. Noras Geschichte stellt in diesem Buch einen parallelen Handlungsstrang dar, der zur Aufklärung zwar nicht viel beiträgt, aber dafür sehr viel zum Lokalkolorit und zur Menschlichkeit. Nora scheint lebendiger, wird besser charakterisiert als Thomas Andreasson, der ein wenig farblos bleibt und sogar eine Sommergrippe durchstehen muss, um menschlicher zu wirken. Fast hat der Leser den Eindruck, dass eigentlich Nora die Hauptfigur des Romans ist – und Thomas “nur” der Ermittler. Könnte das daran liegen, dass die Autorin Viveca Sten in Nora ein wenig sich selbst porträtiert? Jedenfalls liegt ihr die weibliche Figur eindeutig mehr.

Spannender Fall – und Noras Geschichte

Für mich ist “Tod im Schärengarten” ein wunderschöner zweiter Band der Serie von Sandhamn. Gut geschrieben, spannend, aber nie übertrieben, mit Menschen, von denen ich auf jeden Fall noch mehr erfahren möchte. So zahlt sich Noras Geschichte in der Serie aus: zwar ist der Fall jetzt gelöst, aber der Leser (auf jeden Fall die Leserin) möchte wissen, wie es mit Noras Ehe weitergeht. Denn dass der dünkelhafte Arzt nicht der Richtige für Nora ist, weiß die Leserin schon längst…

Viveca Sten, Jahrgang 1959, ist Juristin. Nach mehreren Fachbüchern veröffentlichte sie 2008 ihren ersten Sandhamn-Krimi.

Viveca Sten. Tod im Schärengarten. Thomas Andreassons zweiter Fall. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2011. | Original: I den innersta kretsen. 2009. Übersetzung Dagmar Lendt. (Thomas Andreasson, Bd. 2)

In der Serie vorher erschienen:

Viveca Sten. 2008. Tödlicher Mittsommer. 2008. (Thomas Andreasson, Bd. 1)

Weitere Informationen

Verlagsseite zum Krimi bei Kiepenheuer & Witsch
der Krimi bei LovelyBooks
Wikipedia zu Autorin Viveca Sten
Facebook-Seite von Autorin Viveca Sten

Weitere Artikel und Rezensionen

der Krimi auf krimi-couch.de

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4 Kommentare zu “Viveca Sten. Tod im Schärengarten (2009)

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