Italien

Bianca Palma. Römisches Vermächtnis (2017)

Ariana Vitullo ist eine reiche, alte Dame in Rom, die sich mit ihrer gehässigen Art keine Freunde macht – und so eines Morgens von der Putzfrau tot in ihrem Sessel gefunden wird. Die Ermittlungen übernimmt Commissario Alessandro Caselli, stets pflicht- und stilbewusst.

Wer das Vermächtnis bekommt, das die ermordete Ariana Vitullo hinterlässt, ist nicht ganz klar: Ihr Sohn Geraldo, ein Antiquitätenhändler mit Spielschulden, scheint auf jeden Fall gerettet. Doch da er edle Designer-Sessel in seinem Laden hat, die Commissario Caselli ausnehmend gut gefallen, kann er doch eigentlich kein Mörder sein? Arianas Schützling Franca Torbola, Mitte 50 und stark gehbehindert, soll angeblich auch eine gewisse Summe erben, sodass sie jedenfalls fürs Erste versorgt wäre. Neben Franca lebte auch der Jurastudent Sebastiano Clerici in Arianas großer Wohnung, die Befragungen von Caselli scheinen ihn außergewöhnlich nervös zu machen. Oder ging es dem Mörder gar nicht um ein Erbe?

Entspannte Ermittlungen

Commissario Alessandro Caselli und Sergente Scurzi führen die Ermittlungen klassisch – und irgenwie auch sehr entspannt und schlicht. Scurzi möchte ein Crime-Board einführen, doch eigentlich gibt es gar nichts anzupinnen, denn die Zahl der Verdächtigen und der Indizien bleibt sehr überschaubar. Caselli befasst sich in aller Seelenruhe mit einer Spur nach der anderen und lässt sich keinesfalls vom abendlichen Essen mit seinen Freunden in der Trattoria abhalten. Auch die Frage, ob er sich ein neues Sakko schneidern lassen sollte beschäftigt ihn sehr… Überraschungen bei den Ermittlungen gibt es keine, Spannung oder Action sucht der Leser vergeblich.

Sprachlich unausgegoren

Was man als Leser findet in diesem Krimi, sind extrem viele, extrem peinliche Rechtschreibfehler (jemand ist „tod“ oder wird „abgehohlt“), zum Ausgleich scheinen an anderen Stellen Fremdwörter in den Text konstruiert. Am Anfang plagen Caselli Erinnerungen an einen vorherigen Fall, eine ehemalige Freundin von ihm erhält direkt die zweite Szene und als Leser bekommt man das Gefühl vermittelt, dass man den wichtigen Band vorher wohl kennen sollte, um diesen Krimi verstehen zu können. Das stimmt dann zwar nicht ganz, ist als Einstieg aber nicht sehr geschickt gemacht.

Thematische Exkurse

Wenn man als Leser auch eher langweilige Krimi-Kost serviert bekommt, versucht die Autorin das Buch aufzupeppen mit langen Exkursen zu einem klassischen Duft, Herrenmode, Designermöbeln, der Geschichte Senegals, Migranten in Italien, den jüngsten (unguten) Veränderungen in Rom – die Lieblingsthemen der Autorin? Das folgt mal den Gedanken einer der Figuren, mal ist es als langer Monolog eingebaut, wiederholt sich auch gerne… Vielleicht soll dieses belehrende Beiwerk Tiefe antäuschen, aber leider nervt es nur, weil es aufgesetzt, aber nicht eingebaut ist. Und auch die Figuren in diesem Krimi bleiben blass und oberflächlich – oder sind ausgesprochen unsympathisch. Schade, der Krimi enttäuscht.

Bianca Palma. Römisches Vermächtnis. Ein Fall für Commissaro Caselli. Köln: Bastei-Lübbe, 2017.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar.

Weitere Informationen

Verlagsseite zum Krimi bei Bastei-Lübbe

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